Vernissage «Addio – Willkommen – A revair»

Migration und Tourismus sind seit über 150 Jahren eng miteinander verflochten. Mit dem frühen Alpentourismus entsteht zwischen Graubünden, Vorarlberg und dem südlichen Tirol ein neuer Wirtschafts- und Lebensraum. Getragen wird er von Menschen, die ihre Heimat für eine Saison oder für immer verlassen, um auf Baustellen, in Hotels oder in selbstständigen Berufen neue Arbeitsfelder zu erschliessen.
Die Ausstellung rückt ihre Lebensgeschichten ins Zentrum. In sechs eigenen Häusern kommen sie zu Wort: ein Bauarbeiter aus dem Nonstal, der in Vorarlberg ein Bauunternehmen gründet; ein Hilfskoch aus Siena, der sich durch zwanzig Hotels in ganz Europa zum Chefkoch hocharbeitet; eine Serviertochter aus dem Kanton Zürich, die ihre Erfahrungen in einem Büchlein festhält; eine jüdische Fotografin aus Ungarn, die in Meran ein Atelier eröffnet; ein junger Skipionier, der am Arlberg den ersten Skikurs leitet; und ein Bademeisterehepaar aus Meran, dem der Erste Weltkrieg die Sommersaison im Engadin verwehrt. Sie erzählen von Aufbruch und Ankunft, von Entbehrungen und Chancen zwischen St. Moritz, Lech und Meran. Ihre Lebenswege zeigen, wie grenzüberschreitende Mobilität den Alpenraum prägte, ihn vernetzte und in die Moderne führte.

 

Bildnachweis: Schweizerische Nationalbibliothek, Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege; Archiv Rudolf Zinggeler

 

 

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